Geschichte

Der Schützenverein „Gerbstedt und Umgebung 1404“ gehört zu den traditionsreichen Schützenvereinen in der Region um Gerbstedt. Sein Namenszusatz „1404“ verweist auf ein sehr frühes Gründungsjahr oder zumindest auf eine historische Wurzel im Jahr 1404, was den Verein — bezogen auf seine Wurzeln — zu einem der ältesten Schützenvereine Deutschlands macht. In der Stadt Gerbstedt und Umgebung gab es damals bereits organisierte Schützen- und Wehrgemeinschaften, wie es in vielen mittelalterlichen Städten üblich war: Bürger schossen regelmäßig zur Übung im Umgang mit dem Bogen oder der Armbrust und organisierten sich gemeinsam zur Verteidigung, zu Festen und Gemeinschaftspflege - die Zahl „1404“ im Namen erinnert an diese lange Tradition.

Über die Jahrhunderte entwickelte sich aus solchen mittelalterlichen Schützen- und Bürgerschaften allmählich das moderne Vereinswesen. Die eigentliche moderne Neugründung des heutigen eingetragenen Vereins erfolgte aber erst am 9. September 1994, als „Schützenverein Gerbstedt und Umgebung 1404 e. V.“ offiziell im Vereinsregister eingetragen wurde. Seit dieser Zeit pflegt der Verein das Schützenbrauchtum und den Schießsport in vielfältiger Form: durch regelmäßiges Training, Teilnahme an Wettkämpfen und gemeinsame Veranstaltungen mit Mitgliedern und der örtlichen Gemeinschaft.

Ein Höhepunkt in der jüngeren Geschichte war das 600-jährige Jubiläum im Jahr 2004, das mit Festumzügen, Festgottesdienst und diversen Veranstaltungen gefeiert wurde. Dabei wurde deutlich, wie sehr der Verein und seine Geschichte mit der Stadt Gerbstedt verwoben sind. 

 

Chronologie

1404
Erste urkundliche Hinweise auf eine Schützengemeinschaft in Gerbstedt. In dieser Zeit schließen sich wehrfähige Bürger zum Schutz der Stadt zusammen. Das Schießen mit Bogen, Armbrust und später Feuerwaffen dient sowohl der Verteidigung als auch der Gemeinschaftspflege.

15.–18. Jahrhundert
Die Schützen entwickeln sich von einer militärisch geprägten Bürgerwehr zu einer festen Bruderschaft mit festen Regeln, Schützenfesten und Königsschießen. Das Schützenwesen wird zu einem wichtigen Bestandteil des städtischen Lebens in Gerbstedt und Umgebung.

19. Jahrhundert
Mit dem Wegfall der militärischen Bedeutung rückt das Schützenbrauchtum stärker in den Mittelpunkt. Traditionen, Festumzüge und gesellige Veranstaltungen prägen den Verein.

20. Jahrhundert
Kriege und politische Umbrüche führen zeitweise zu Unterbrechungen oder Einschränkungen des Vereinslebens. Das Schützenwesen bleibt jedoch im Bewusstsein der Bevölkerung erhalten.

9. September 1994
Neugründung und Eintragung des heutigen Vereins als
„Schützenverein Gerbstedt und Umgebung 1404 e. V.“
Der Verein knüpft bewusst an die jahrhundertealte Tradition an und richtet sich zugleich modern aus.

2004
Feier des 600-jährigen Jubiläums mit Festumzug, Schützenfest und zahlreichen Gästen aus der Region. Die lange Geschichte des Vereins wird öffentlich gewürdigt.

Heute
Der Schützenverein pflegt aktiv das Schützenbrauchtum und den Schießsport, fördert die Jugend und ist ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Gerbstedt und Umgebung.